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Schokoladenfußbälle, Joghurt mit Mini-Schwarzrotgold-Fahne………mit der kommenden EM versuchen pfiffige Geschäftsleute ihren Umsatz zu steigern und werden es auch. In den Werbeagenturen wird geackert wie blöde, die Köpfe qualmen und manchmal gelingt es, etwas wirklich Witziges zum Thema zu finden.
Für mich ist der Knaller dieser Fußballmeisterschaft ohne jeden Zweifel ein Hygieneartikel , Toilettenpapier mit Rasenduft. Hoffentlich ist in den Geschäften genügend vorrätig. Ich möchte pünktlich zum ersten Anpfiff jedes Zimmer mit haufenweise Klopapierrollen dekorieren. Ich mag den Duft von Rasen………mmmmmmmmmh wird das ein Fußball- und Geruchserlebnis.
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Als Papst hat man(n) es nicht leicht. Die Rede vor den Vereinten Nationen ist da noch ein Kinderspiel. Dort kann Benedikt XVI. locker eine Stärkung der Menschenrechte und mehr vorbeugende Konfliktlösungen fordern. Auch die eindringlichen Ermahnungen zum Umwelt- und Klimaschutz und die geforderte Solidarität mit der Dritten Welt sind Sätze, die nicht überraschen.
Anders sieht dann schon mit einer unerwarteten Geste der Versöhnung aus. Der Papst hatte in Washington eine Gruppe von Opfern sexuellen Missbrauchs durch die katholische US-Priester empfangen. Einige Missbrauchs-Opfer zeigten sich nach der Zusammenkunft mit dem Papst tief bewegt. Im Gegenzug äußerte sich der Papst, dass er „tief beschämt“ sei und kritisierte ausdrücklich die US-Kirche, die über Jahre viele dieser Fälle vertuscht hatte.
Ich denke, man sollte erst einmal vor der eigenen Tür kehren und Ordnung im eigenen Laden schaffen. Es erstaunt mich doch immer wieder, mit welcher Ignoranz die eigenen Missetaten der katholischen Kirche frech beiseite geschoben werden.
Im Namen der Kirche sind seit Anbeginn die schrecklichsten Kriege geführt worden, das so heiß verteidigte Zölibat ein Riesenwitz. Damit der Priester ausschließlich Zeit für seine Schäfchen hat, darf er keine Familie haben. Aber er darf mit all seiner Nichterfahrung seine Nase in Familie stecken, drohend den Zeigefinger erheben, die Familienplanung als Sünde anprangern und sich als Berater in allen Lebenslagen ausgeben. Was spielt es schon für eine Rolle, wenn der gleiche Priester ihm anvertraute Knaben für seine Lustzwecke missbraucht ? Kommt Getuschel auf, gibt es eine neue Pfarrstelle und das Ganze wiederholt sich, bis der nächste Umzug ansteht. Sind ja nur kleine Jungen. Was kümmert es die Kirche, ob die Seelen der Schutzbefohlenen einen niemals wieder gutmachenden Schaden erleiden ? Wer kräht danach, dass wahrscheinlich keiner von ihnen in einer festen Beziehung guten Sex als eine schöne Sache ansehen wird ?
Die Kirche zahlt widerspruchslos und ohne Konsequenzen für den Priester Alimente, so lange er sich nur nicht zu seinem Kind bekennt. Was braucht ein so entstandenes Würmchen auch einen Vater ? Seine Mutter bekommt schließlich einen Obolus für die Erziehung. Damit ist alles abgedeckt, selbst die Therapiesitzungen, sollte das Kind nicht damit fertig werden, dass es als Schande auf die Welt gekommen ist und nie erzählen darf, wer sein Vater ist. Was fragt die Kirche danach, dass diese Menschen nie ein vernünftiges Selbstwertgefühl kennenlernen werden ?
Priesterseminare als Sexorgien, Haushälterinnen, von denen einige mehr für den Körper des Priesters als für die Hauswirtschaft zuständig sind. Ich könnte kotzen über die ganze Verlogen- und Scheinheiligkeit. Trotz all dem hat es sich sicher gut angehört, dass der Papst zumindest die US-Kirche rügt. Für mein Seelenheil brauche ich keinen selbsternannten „Gottvertreter“ auf Erden, der mir erzählt was Sünde ist und der großzügigerweise vergibt, wenn es ihm genehm ist. Wenn ich etwas mit Gott zu klären habe, schaffe ich es allein. Es ist mir auch wurscht, dass bei meiner Beisetzung keine Glocken läuten werden, und ich nicht den Anspruch habe, in „geheiligter“ Erde begraben zu werden. Heute kann ich nur noch den Kopf darüber schütteln, dass mir eine kirchliche Beerdigung mal so immens wichtig war. Was nach meinem Ableben mit meiner Seele passiert, darauf hat die Kirche keinen Einfluss, das entscheidet der Boss.
Maren
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…….wird zur Not mit Links regiert (aus der NZ, Nürnberger Zeitung)
Ypsilanti, klingt so lustig, so harmlos, nach guter Laune, nach Vertrauen, nach Nichtlügenkönnen.
„Es wird vielleicht so ausgehen, dass ich ein Wahlversprechen nicht halten kann. Sie können mir glauben, dass mir das alles nicht leicht fällt.“ (Zitat) Zumindest versucht sie, ihrem Gesicht dabei einen leicht qualvollen Ausdruck zu verleihen. Noch am 27. Januar, vor der Landtagswahl hatte sie jede Zusammenarbeit mit den Linken ausgeschlossen.
Der Überraschungseffekt hält sich in Grenzen, doch fasziniert der dialektische Sprung rückwärts. Frau Ypsilanti doziert ganz ernsthaft ihren Wortbruch als einen Akt der Ehrlichkeit. Sonst nämlich hätte sie all ihre anderen Versprechen brechen müssen, und das bringe sie nun einmal nicht fertig. Wählertäuschung als höhere Form der Moral. Darauf muss man erst mal kommen.
Ministerpräsidentin und damit Macht, wie weit würde sie sonst noch dafür gehen ? Ich möchte nicht in ihr Köpfchen sehen können, fürchte, das würde mir Albträume bescheren.
Die sechs Stimmen, die Frau Ypsilanti braucht, garantiert ihr Gregor Gysi. Drücken wir mal die Däumchen, dass die Unterstützung und Rückendeckung der eigenen Partei auch so sicher ist.
Maren
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In der letzten Zeit macht die Gesundheit mal wieder kleine Problemchen. Das hat zur Folge, dass der Schlaf, mit dem ich schon ewig auf Kriegsfuß stehe, noch knapper als üblich ist. Vorgestern nach gut einer Stunde Schlaf, zeigte der Wecker 2 Uhr, auf die Minute.
Fünf Minuten auf den Bauch gedreht, auf die linke Seite gewechselt, versucht, ob die Müdigkeit in Schlafposition auf der rechten Seite größer als die Schmerzen ist und dann doch wieder auf den Rücken gewechselt und im Dunkeln die Decke angestarrt. Also raus aus den Federn, Schmerztabletten geschluckt und versucht mich in ein vor Wochen angefangenes Buch zu vertiefen. Das Buch war eine Errungenschaft von der Büchertauschbörse. Das habe ich zu meinem Wunschbuch gratis ohne Anrechnung eines Tickets dazubekommen. Ein sogenannter Frauenroman und schon vom Klappentext überhaupt nicht mein Fall.
Normale Menschen legen so lange unbeliebte Bücher beiseite, bis ihnen jeglicher Lesestoff ausgegangen ist und so gezwungenermaßen sich das Buch doch schnappen, lesen und zwanzig Seiten später denken „hab ich doch gewusst, dass es nicht mein Fall ist“ , es beiseite legen und nicht eher wieder anrühren, bis man es in der Tauschbörse als interessantes Buch beschreibt, einstellt. Ich war noch nie normal, wenn ich ein Buch anfange, muss ich es bis zur letzten Seite lesen, ganz gleich wie es mich anödet. Dieser Tick bedarf fast schon einer Behandlung. Dabei habe ich ungezählte interessante Bücher, auf die ich mich freue.
Halbe Stunde gelesen und als Verschnaufpause Handy angestellt, geistreiche SMS an abwesenden Mann geschrieben und verschickt und mich wie blöde gefreut, als Handy fünf Minuten später, piepend SMS ankündigt. Traurig aus der Wäsche geguckt, dass sie nicht von der besseren Hälfte kam, sondern Handyanbieter verkündete, dass soeben meine „Komfortaufladung“ erfolgt sei ( um 3.25 Uhr !!!) und mir viel Vergnügen beim Telefonieren gewünscht wurde. Mann pennt, bekommt SMS erst zum Frühstück und wen soll ich sonst um diese Zeit anrufen ? Ich bin zwar etwas bekloppt, aber so sehr denn doch wieder nicht.
Um 6.30 Uhr hatte ich es immer noch nicht zu Ende gelesen und die Nacht war vorbei. Wenn ich daran denke, dass ich erst auf Seite 347 bin, das Buch aber 414 Seiten hat, könnte ich jetzt schon losheulen, wenn ich an das nächste Lesevergnügen denke.
Um dem zu entkommen bin ich auf eine grandiose Idee gekommen. Ich erzähle etwas aus dem Inhalt und wenn jemand Titel oder Autorin errät, bekommt er als Belohnung das Buch geschenkt.
Also, geschrieben wurde es 1997, die deutsche Übersetzung gab es 2000. Drei Frauen, Mitte 40 kennen sich vom College und waren dort die besten Freundinnen. Nach Lebenskrisen aller Drei steht gemeinsamer Urlaub auf einer Ranch in Wyoming an, „Reiterferien“. Frau Nr. 1 ist weltberühmte Sängerin und Schauspielerin, deren 3. Ehe gerade den Bach runtergegangen ist, die immer ausgenommen wird wie eine Weihnachtsgans und doch dabei immer das liebe kleine Mädchen geblieben ist. Numero zwei ist Gattin eines so erfolgreichen Anwalts, dass sie den ganzen Tag sich mit Wohltätigkeit beschäftigen kann bzw. muss. Mutter einer halberwachsenen Tochter, die in Paris weilt, der Sohn hat sich vor zwei Jahren das Leben genommen. Mutter fühlt sich schuldig, Ehemann sieht das genau so und redet deshalb nicht mehr mit ihr. Komischerweise schlafen sie immer noch im gleichen Bett, allerdings sex- und berührungslos. Nr. 3 ist eine Arbeitsverrückte. Vom verstorbenen Freund hat sie so viel Geld geerbt, dass sie sich eine eigene Klinik (ich hätte so gerne den Betrag gewusst) leistet und fortan als anerkannte Aidsspezialistin tätig ist. Sie sticht sich mit einer aidsverseuchten Spritze, lässt keine Test machen (tolle Ärztin) und arbeitet weiter 22 Stunden täglich. Erst als sie schon an Aids erkrankt ist und nur noch aus dem letzten Loch pfeift, veranlasst sie einen Test. Jetzt will sie sich auf der Ranch etwas erholen, um danach wieder 22 Stunden täglich in ihrer Klinik zu arbeiten (tolle Frau).
Erster Urlaubstag auf der Ranch. Die Sängerin verknallt sich einen Cowboy, der als Aufpasser in der Reitgruppe fungiert, die tapfere Aidsärztin liegt grün angelaufen mit Durchfall im Bett und versaut die Bettlaken. Ihr Jugendfreund, der sie vertritt ruft an, bemerkt an ihrer Stimme, dass es ihr beschissen geht und errät nach einer Minute, dass Heldin an Aids erkrankt ist. Er macht ihr am Telefon gleich einen Heiratsantrag, sie heult vor Rührung und kann sofort wieder aufstehen. Die trauernde Mutter trifft trauernden Witwer und bekommt schon wieder ein Grinsen auf die Reihe. Zwei Tage später……….die Sängerin will Cowboy heiraten, ihm eine Ranch kaufen, auf der er Pferde züchten kann. Die erste Nacht mit ihm hat ihr bisschen Verstand ganz auf Reisen gehen lassen (muss der guuuuuuuuuut gewesen sein ). Sie verbringt auch keine Minute mehr mit ihren Freundinnen, singt lieber Nationalshymne bei Rodeo, wo ihr Geliebter die Preise reihenweise einheimst und verzieht sich den Rest des Tages in dunkle Ecken um zu knutschen. Die kranke Aidsärztin plant ihre Heirat, hilft nebenbei einheimischen Rancharzt bei der Versorgung seiner Patienten und das Grün ist auch im Gesicht verschwunden. Trauernde Mutter hat trauernden Witwer versprochen, dass sie sich sofort von Ehemann, der in London beruflich den ganzen Sommer weilt, scheiden läßt und gesteht dem Neuen, dass sie ihn liebt und den Rest des Lebens mit ihm verbringen will, er strahlt. Das alles nach zwei Tagen und drei Küssen, nicht mal gefummelt haben die Doofen.
Ach ja, alle drei Damen sind sensationale Schönheiten, sehen aus wie Ende Zwanzig, immer wie aus dem Ei gepellt und ihr tägliches Outfit wird auch in allen Einzelheiten beschrieben. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was noch alles für gequirlte Scheiße in den verbleibenden Seiten zutage kommt.
Maren
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Wenn es nur irgend möglich ist, fahre ich mit dem Fahrrad. Kein Ärgern über hohe Spritpreise, frische Luft für gesunde Gesichtsfarbe, bestes Training für Po und Beine und meistens auch noch schneller auf kurzen Strecken als mit dem Wagen.
Diese Woche die böse Überraschung, der Vorderreifen war platt. Ich muss durch Glasscherben gefahren sein, die sich durch den Mantel in den Schlauch gebohrt haben. Was nun ? Bisher habe ich mich noch nie mit solchen Reparaturen beschäftigen müssen. Früher hat mein Vater mein Rad in Schuss gehalten oder mein Bruder wurde von mir überredet, den Schaden zu beheben. Später machte es mein ehemaliger Lebensgefährte und ich habe gedacht, ich müsste nie selber.
Nun war aber keiner da, und ich stand allein vor der Katastrophe, jawohl Katastrophe. Aber ich bin ja kein kleiner Doofer. Ich habe mir gedacht, den Schlauch selber zu flicken, viel zu viel Arbeit und habe mir gleich einen neuen Schlauch gekauft. Der Rest nur noch ein Klacks. Fahrrad auf den Kopf gestellt, zwei große Schraubenzieher geholt und versucht damit den Mantel abzubekommen. Ging nicht, Frau zu doof und auch zu schlapp. Telefonische Hilfe bei meinem Mann geholt.
Schatz, ich muss am Vorderrad einen neuen Schlauch einsetzen und weiß nicht wie
Zwei Minutensache, Maus, kein Kunststück
Ich bekomme den Schraubenzieher nicht unter den Mantel
Das macht man nicht mit Schraubenzieher, beim Flickzeug sind zwei Plastikteile, die benutzt du, sonst machst du den Schlauch kaputt
(der Schlauch ist doch schon kaputt)
hast du das Rad schon ausgebaut ?
Rad ausbauen ? (gekreitscht und langsam panisch werdend)
wie willst du sonst den alten Schlauch runterbekommen ?
durchschneiden, ist doch eh kaputt
na dann (klang irgendwie genervt) und wie willst du den neuen Schlauch über die Gabel ziehen (amüsiertes Lachen ist zu hören). Also Rad ausbauen, dabei die Handbremse lösen, ist ganz einfach.
Ich bring das Rad zum Fahrradhändler zum Reparieren.
Gut, dann haben die dort was zu lachen. Erst kauft gnädige Frau einen Schlauch und dann ist sie so unbeholfen, dass sie dafür teuer bezahlt, was jedes 6-jährige Kind kann. Ich zeige dir mal, wie einfach das ist.
Ich habe dann nur noch nachgefragt, wie man die Handbremse löst und mir sagen lassen, ich müsste nur nach so etwas wie einem Pinökel gucken und könnte die Handbremse dann aushängen. Bevor ich mir weiter dumme Sprüche anhören musste (mein Mann hat die ganze Zeit gegrinst, ich konnte es durch die Telefonleitung sehen), habe ich so getan, als hätte ich begriffen.
Das Rad habe ich ausbauen können, auch ohne die Handbremse zu lockern, weil ich ich nicht wusste, wie. Musste ich ja nicht erzählen, Rad war ja raus. Im Keller abgequält, aber trotz Drohungen, wüsten Beschimpfungen, Überredensversuchen, bis bin zu leichtsinnigen Versprechungen……..der Mantel wollte nicht runter. Und selbst wenn, wie um alles in der Welt hätte ich das Aas wieder raufbekommen sollen?
Wie ich so verzweifelt im Keller saß und mich schon auf die dummen Sprüche meines Mann freute, wenn ich beichten musste, dass ich das Rad doch reparieren lassen habe, kam die Erleuchtung. Im Fahrradschuppen stand doch noch ein Rad mit Macken, die gleiche Reifengröße. Einfach austauschen, fertig. Kinderkacke, das kann sogar ich.
Zwei 15-er Schlüssel geschnappt, Schrauben gelöst und dann wollte das blöde Rad wieder nicht raus, die Bremsbelege von der Handbremse saßen im Weg. Gezogen, gedrückt und mit Gewalt versucht, der Reifen ging da nicht durch. Wieso ging es bei meinem Rad ? Ach ja, der Reifen war dünner, war ja platt. Also Ventil losgedreht, Luft um die Ohren sausen lassen und noch mal kräftig gezogen. Fast auf den Po geplumpst, aber glücklich das Rad in der Hand. Rad eingesetzt (wieder mit Gewalt reingedrückt), Schrauben angezogen, Luft reingepumpt und ich stolz wie Oskar. Mein Fahrrad war wieder einsatzfähig und wartet jetzt im Fahrradschuppen, bis der tagelanger Dauerregen mal nachlässt.
Anschließend habe ich überlegt, warum ich meinen Mann überhaupt angerufen habe. Damit er mir sagt, dass er mir das zeigen will, wie leicht auch ich das hinbekomme ? Quatsch, natürlich nicht. Wie ich erzählte, dass mein Vorderrad platt war, wollte ich nur eines hören. „Maus, ganz ruhig. Ich rase jetzt zum Flughafen, die 900 km sind ein Fliegenschiss, bin bald da und dann repariere ich dir das Rad“.
Ich gehe mir jetzt einen dunkelblauen Overall kaufen, mein Mann wird seine Drohung, mir beibringen, wie Frau Rad repariert, wahrmachen. Und ich werde üben, üben, üben. Scheiß Emanzipation.
Maren
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Am letzten Freitag wurde die Tochter meines Bruders und meiner Schwägerin geboren. 3470 Gramm, 52 cm Körpergröße, blonde Haare und gesund. Ich bin natürlich stolze Tante und obwohl ich sie noch nicht persönlich gesehen habe, mein Bruder lebt in Kanada, hat sie jetzt schon einen Stein bei mir im Brett.
Mein Mann wollte unbedingt, dass sie am Samstag geboren wird, nur damit Kim und er am gleichen Tag ihren Geburtstag feiern können. Ich war dagegen, aber wer fragt mich schon ? *seufz. Es wurde ziemlich eng mit der Zeit, nur einige Stunden fehlten bis zum gleichzeitigen Geburtstagstag. Frauen müssen zusammen halten „danke, Kim“.
Nächstes Jahr im Januar gibt es zwei Tage durchgehende Feier in Kanada. Mein Mann und mein Bruder sind sich einig. Ich werde mal wieder nicht gefragt.
Tante Maren
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Heute mach ich mich mal wieder unbeliebt, meine Lästerzunge lässt sich nicht bremsen.
Heute abend lief in RTL zur besten Sendezeit „Wer wird Millionär ?“ als Familienvariante. Drei Generationen……….Mutter, Kind, Oma gegenüber von Günther Jauch durften gemeinsam aus A, B, C, D die richtige Antwort herausfinden und versuchen, mittels drei oder vier Joker die Milliongrenze zu erklimmen.
Mutter von 7 Kindern, ausübende Lehrerin, 11-jähriger Sohn, 6. Klasse Gymnasium und Oma schlugen sich tapfer bei den Fragen, wo schmunzeln erlaubt war. Der Sohn steckte mit seinem Allgemeinwissen seine Mutter locker in die Tasche. Zu schwer wurde es für die Lehrerin, als sie sich entscheiden musste, ob der Mensch 200 Knochen oder 200 Gehirnzellen besitzt. Sie tendierte zu den Gehirnzellen. Herr Jauch hatte Mitleid und schubste sie auf die richtige Antwort um nicht gleich zwei Joker hierfür zu verbraten. Die nächste Frage bezog sich auf die Bundesländer. Der Sohn wusste immerhin noch, dass es davon 16 gibt, während seine Mutter zugab, dass ihr Kopf sämtliche Bunderländer gelöscht hat . Mit tapferer Raterei und Hilfe der eingesetzten Joker ging man schlußendlich mit 32.000 Euro von der Bühne. Ich hatte inzwischen feuerrote Ohren, weil mir allein das Zusehen peinlich war.
Ein anderer Knaller war Mutter, 9-jährige Tochter und Oma. Die Mutter redefreudig, wortführend, laut und dumm wie ein Stück Brot. Die Tochter kam nach der Mutter……..das gleiche Selbstbewusstsein, und die Oma hatte den Part, von der Mutter vorgeführt zu werden. Sie wählten die risikoreiche Variante mit den vier Jokern, das 16.000 Euro-Sicherheitsnetz zogen sie gar nicht erst in Betracht.
Der Vater, der hilflos zum Zuschauen im Publikum saß und seine Familie mit der Anfangsfrage auf die Bühne gebracht hatte, muß sich ein Loch im Boden gewünscht haben, durch das er unauffällig hätte verschwinden können. Seine Frau und seine Tochter schwafelten unwissend drauflos und hatten zu Beginn trotz falscher Interpretation noch Dusel, die richtige Antwort zu erwischen. Die benutzten Joker stachen. Einzig die Oma konnte eine Frage richtig beantworten und schon hatte die Familie 32.000 Euro.
Ich habe mich gefragt, wie dick das Fell sein muss, dass es einem nichts ausmacht, all sein Unwissen und sein dummdreistes Auftreten einem so großen Fernsehpublikum zu präsentieren ? Sind die 32.000 Euro, für die ich lange und hart arbeiten muss, wirklich so viel wert, dass man das Gespött lächelnd ertragen kann ?
Sollte der Wunsch meines Mannes nach einer Tochter in Erfüllung gehen, fange ich jetzt schon mal an zu beten, dass sie eine Lehrerin bekommt, die wenigstens unsere Bundesländer aufzählen kann. Ich werde jetzt erst mal versuchen, meine noch vor Scham heißen Ohren wieder auf Normaltemperatur zu bringen.
Maren
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